Steuern in der Schweiz 2026: Was Sie wirklich zahlen

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Kurze Antwort: Eine alleinstehende Person mit 100 000 Franken steuerbarem Einkommen zahlt 2684 Franken direkte Bundessteuer. Das ist der einfache und der kleinere Teil. Kanton und Gemeinde erheben auf dasselbe Einkommen ihre eigene Steuer, und die fällt meist deutlich höher aus. Ihr Wohnort entscheidet stärker über Ihre Steuerrechnung als fast alles andere.

Höchstsatz Bundessteuer
11,5 %
ab 793 900 Fr. steuerbar, ledig
Bundessteuer auf 100 000 Fr.
2684 Fr.
ledig, effektiv 2,7 %
Durchschnittliche Belastung
~20 %
des Einkommens, alle direkten Steuern, ESTV 2026
Einreichefrist
30. April
in den meisten Kantonen, Erstreckung online

Bundeszahlen: ESTV, Form. 58c, Tarif 2026. Durchschnittsbelastung: ESTV-Mitteilung vom 3. Februar 2026.

Bund, Kanton, Gemeinde: warum ein Einkommen dreifach besteuert wird

Wer in der Schweiz wohnt, zahlt Einkommenssteuer an drei Stellen gleichzeitig: an den Bund, an den Kanton und an die Wohnsitzgemeinde. Wer einer anerkannten Landeskirche angehört, zahlt zusätzlich Kirchensteuer.

Die direkte Bundessteuer ist in der ganzen Schweiz identisch. Kantons- und Gemeindesteuer sind es nicht, und genau dort entstehen die grossen Unterschiede.

Der Steuerfuss, einfach erklärt

Der Steuerfuss ist kein Steuersatz. Aus Ihrem steuerbaren Einkommen wird nach kantonalem Tarif zuerst die einfache Steuer berechnet. Kanton, Gemeinde und Kirchgemeinde erheben davon je einen Prozentsatz, den Steuerfuss. Eine Gemeinde mit 52 % und ein Kanton mit 78 % bedeuten also nicht 130 % Steuern, sondern 130 % der einfachen Steuer. Höherer Steuerfuss, höhere Rechnung.

Direkte Bundessteuer 2026: die Tabelle

Das sind die offiziellen Werte für 2026. Die linke Spalte ist Ihr steuerbares Einkommen nach Abzügen, nicht der Bruttolohn.

Steuerbares EinkommenLedigVerheiratet / Einelternfamilie
30 000 Fr.114 Fr.0 Fr.
50 000 Fr.401 Fr.203 Fr.
70 000 Fr.968 Fr.656 Fr.
100 000 Fr.2684 Fr.1816 Fr.
150 000 Fr.7109 Fr.5441 Fr.
200 000 Fr.12 903 Fr.11 880 Fr.
300 000 Fr.26 103 Fr.24 880 Fr.

Quelle: ESTV, Form. 58c 2026, publiziert am 6. Januar 2026. Verheiratete ziehen zusätzlich 263 Fr. pro Kind vom Steuerbetrag ab.

Zwei Punkte fällt auf: Die Bundessteuer beginnt erst ab 18 500 Fr. steuerbarem Einkommen für Ledige und ab 33 000 Fr. für Verheiratete. Und sie endet bei 11,5 %, was erst bei sehr hohen Einkommen erreicht wird. Bei einem normalen Lohn ist der Bundesanteil klein.

Kanton und Gemeinde: hier entsteht der Unterschied

Dieser Teil entscheidet Ihre Rechnung. Kantons- und Gemeindesteuer auf dieselben 100 000 Franken betragen typischerweise ein Mehrfaches der Bundessteuer, und sie unterscheiden sich je nach Adresse erheblich.

Dieselbe Person, derselbe Lohn, drei Adressen. Offizielle Werte aus dem Steuerrechner der Eidgenössischen Steuerverwaltung: ledig, keine Kinder, konfessionslos, 100 000 Franken Bruttolohn, 2026.

WohnortKantonGemeindeBundTotal% vom Brutto
Zug2172144817015321 Fr.5,3 %
Zürich44945629170111 848 Fr.11,9 %
Lausanne97975223170116 721 Fr.16,7 %

Schauen Sie auf die Bundesspalte. Sie beträgt in allen drei Fällen 1701 Franken, denn die direkte Bundessteuer ist überall gleich. Der gesamte Unterschied entsteht durch Kanton und Gemeinde. Dieselbe Person behält in Zug 11 400 Franken pro Jahr mehr als in Lausanne, bei identischer Arbeit.

Bei einer Lohnerhöhung wird der Unterschied noch grösser. Der Grenzsteuersatz beträgt 15,1 % in Zug, 25,8 % in Zürich und 28,8 % in Lausanne.

Steuerfüsse verschiedener Kantone lassen sich nicht vergleichen. Die Stadt Zürich erhebt 119 % und der Kanton 95 %; im Kanton Waadt sind es 155 % beim Kanton und 78,5 % bei Lausanne. Diese Prozentsätze beziehen sich auf unterschiedliche kantonale Tarife. Vergleichbar ist nur die Schlussrechnung. Dazu kommen unterschiedliche Abzüge: Aus demselben Bruttolohn resultieren in Zug 63 687 Franken steuerbares Einkommen, in Zürich 84 073 Franken, unter anderem weil Zug einen Mietabzug kennt.

Innerhalb eines Kantons geht es weiter: In Baar beträgt der Gemeindesteuerfuss 47,53 % gegenüber 52 % in der Stadt Zug.

Quelle: offizieller ESTV-Steuerrechner, Berechnungen vom 4. August 2026. Die Werte sind unverbindlich. Ihre eigene Gemeinde rechnen Sie in zwei Minuten durch.

Quellensteuer: wen es betrifft

Wer eine B-Bewilligung hat und angestellt ist, dem zieht der Arbeitgeber die Steuer direkt vom Lohn ab. Zwei Situationen ändern das:

Über 120 000 Fr. EinkommenWechsel zur ordentlichen Veranlagung: volle Steuererklärung, weltweites Einkommen und Vermögen. Das richtige Wechseljahr zu treffen ist wichtig, und Fehler sind teuer.
Grosse Abzüge gehabtSäule 3a, Pensionskasseneinkauf, Weiterbildung, Kinderbetreuung. Zu viel bezahlte Quellensteuer holen Sie zurück, aber nur mit einem Antrag bis zum 31. März des Folgejahres.

Das Steuerjahr: die wichtigen Termine

31. März
Quellensteuer-Korrektur
letzter Tag für den Antrag fürs Vorjahr
30. April
Steuererklärung fällig
meist online erstreckbar, kostenlos
31. Dezember
Säule-3a-Stichtag
Geld muss bis Jahresende gutgeschrieben sein

Welche Abzüge sich wirklich lohnen

Bei den Abzügen wird die Steuererklärung gewonnen oder verloren. Das sind die wichtigsten:

Zuerst die Säule 3a, mit Abstand. Wer 2026 den Maximalbetrag von 7258 Franken einzahlt, senkt das steuerbare Einkommen um denselben Betrag, und zwar jedes Jahr. Bei mittlerem Einkommen sind das oft 1500 bis 2500 Franken zurück. Welcher Anbieter, entscheidet dann darüber, wie viel von der Rendite bei Ihnen bleibt: siehe Säule-3a-Vergleich sowie die Reviews zu finpension und VIAC.

AbzugWas Sie wissen müssen
Säule 3a2026: max. 7258 Fr. mit Pensionskasse, 36 288 Fr. ohne. Neu ab 2026 lassen sich verpasste Jahre unter Bedingungen nachzahlen.
PensionskasseneinkaufFreiwillige Einkäufe in die 2. Säule sind voll abzugsfähig. Besonders wirksam in einem Jahr mit hohem Einkommen.
Arbeitsweg und VerpflegungAbo oder Kilometer, wenn das Auto nötig ist. Verpflegungsabzug, wenn Sie nicht zu Hause essen können.
KinderbetreuungKita- und Tagesmutterrechnungen, bis zur kantonalen Obergrenze.
Krankheitskosten und SpendenSelbst getragene Krankheitskosten über dem Selbstbehalt, Spenden an Schweizer Hilfswerke.
Miete, im Kanton ZugZug gewährt Mietern einen Abzug, den die meisten Kantone nicht kennen. Mietvertrag beilegen.

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Die anderen Schweizer Steuern

Kapitalgewinne sind steuerfrei. Wer als Privatperson Aktien oder ETFs kauft und mit Gewinn verkauft, zahlt darauf keine Steuer. Dividenden und Zinsen zählen als Einkommen, das Depot zählt zum Vermögen, aber der Kursgewinn selbst gehört Ihnen. Für langfristige Anleger ist das der wertvollste Punkt im ganzen System.

VermögenssteuerKantonal, auf dem weltweiten Nettovermögen per 31. Dezember. Die Sätze sind tief, meist Bruchteile eines Prozents, betreffen aber Sparguthaben, Wertschriften und Liegenschaften.
Verrechnungssteuer35 % werden auf Schweizer Zinsen und Dividenden direkt abgezogen und zurückerstattet, sobald Sie die Werte deklarieren. Deklarieren lohnt sich also immer.
KirchensteuerNur bei Mitgliedschaft. Ein Austritt beendet sie, was eine persönliche Entscheidung mit finanzieller Nebenwirkung ist.
Mehrwertsteuer8,1 % Normalsatz, 2,6 % auf Lebensmittel, Bücher und Medikamente. Bereits im Preis enthalten.

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Häufige Fragen zu Steuern in der Schweiz

Wie viel Steuern zahlt man in der Schweiz?

Das hängt stärker vom Wohnort ab als vom Bundestarif. Die direkte Bundessteuer beträgt auf 100 000 Franken steuerbarem Einkommen 2684 Franken für Ledige, also rund 2,7 Prozent. Kantons- und Gemeindesteuer kommen dazu und bringen die Gesamtbelastung je nach Gemeinde in den mittleren bis oberen zweistelligen Prozentbereich. Die ESTV bezifferte den Durchschnitt aller direkten Steuern 2026 auf knapp einen Fünftel des Einkommens.

Was ist der Steuerfuss?

Der Steuerfuss ist ein Multiplikator, kein Steuersatz. Aus dem steuerbaren Einkommen wird nach kantonalem Tarif die einfache Steuer berechnet. Kanton, Gemeinde und Kirchgemeinde erheben davon je einen Prozentsatz. Ein kombinierter Steuerfuss von 130 Prozent bedeutet 130 Prozent der einfachen Steuer, nicht 130 Prozent Steuern.

Wie hoch ist die direkte Bundessteuer 2026?

Sie beginnt ab 18 500 Franken steuerbarem Einkommen für Ledige und ab 33 000 Franken für Verheiratete. Der Höchstsatz liegt bei 11,5 Prozent und wird ab 793 900 Franken (ledig) erreicht.

Welcher Kanton hat die tiefsten Steuern?

Zug, Schwyz und Nidwalden gehören traditionell zu den günstigsten Kantonen, Genf, Jura und Neuenburg zu den teuersten. Innerhalb eines Kantons unterscheiden sich die Gemeinden zusätzlich deutlich, im Kanton Zug etwa Baar mit 47,53 Prozent gegenüber der Stadt Zug mit 52 Prozent.

Sind Kapitalgewinne in der Schweiz steuerfrei?

Für Privatanleger ja. Gewinne aus dem Verkauf von Aktien, ETFs und anderen Wertschriften sind steuerfrei. Dividenden und Zinsen zählen als Einkommen, das Vermögen unterliegt der kantonalen Vermögenssteuer.

Wie hoch ist die Vermögenssteuer?

Sie ist kantonal geregelt und wird auf dem weltweiten Nettovermögen per 31. Dezember erhoben. Die Sätze liegen meist bei Bruchteilen eines Prozents, betreffen aber Sparguthaben, Wertschriften und Liegenschaften.

Bis wann muss ich die Steuererklärung einreichen?

In den meisten Kantonen bis zum 30. April für das Vorjahr. Eine Fristerstreckung ist online und kostenlos möglich. Wer quellenbesteuert ist und eine Korrektur will, hat nur bis zum 31. März Zeit, und diese Frist ist in der Regel nicht erstreckbar.

Was kann ich von den Steuern abziehen?

Säule-3a-Beiträge bis 7258 Franken (2026), Pensionskasseneinkäufe, Arbeitsweg und Verpflegung, Weiterbildung, Kinderbetreuung, Krankheitskosten über dem Selbstbehalt, Spenden und Schuldzinsen. Der Kanton Zug kennt zusätzlich einen Mietabzug.

Geprüft und Quellen. Bundeszahlen aus Form. 58c 2026 der Eidgenössischen Steuerverwaltung, publiziert am 6. Januar 2026. Durchschnittsbelastung aus der ESTV-Mitteilung vom 3. Februar 2026. Zuger Zahlen aus der kantonalen Steuerfuss-Publikation vom Januar 2026.

Stand: August 2026. Aktualisiert jeden Januar, wenn der neue Bundestarif und die kantonalen Steuerfüsse publiziert werden. Allgemeine Information, keine Steuerberatung.