eBill Schweiz: Was es ist und wie du es einrichtest

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eBill bringt deine Rechnungen ins E-Banking, also genau dorthin, wo du sie ohnehin bezahlst. Kein Papier, kein PDF zum Öffnen, keine Referenznummer zum Abtippen. Betrieben wird eBill von SIX, rund 3,8 Millionen Menschen in der Schweiz nutzen es, und fast jede Schweizer Bank ist angeschlossen. Hier steht, was eBill ist, wie du es aktivierst und welche zwei Einstellungen du vorher verstanden haben solltest.

Registrierte Nutzer
3,8 Mio.
registriert im eBill-Netzwerk
Angeschlossene Banken
95%
der Schweizer Finanzinstitute
Gemeldete Betrugsfälle
0
laut SIX, der Betreiberin
Zusatzfunktionen
6
die kaum jemand aktiviert

Zahlen von SIX, der Betreiberin von eBill, abgerufen am 12. August 2026.

Was eBill wirklich ist

eBill ist das digitale Rechnungsnetz der Schweiz, betrieben von SIX, der Betreiberin des Schweizer Zahlungsverkehrs. Unternehmen senden die Rechnung ins Netz, Deine Bank zeigt sie im E-Banking an, und du gibst sie frei. Betrag, Referenz und Empfänger sind bereits ausgefüllt, es gibt also nichts abzutippen und nichts zu vertippen.

Wichtig zu verstehen: eBill ist keine Zahlungsart, sondern ein Zustellkanal. Das Geld fliesst weiterhin gleich, per Banküberweisung von deinem Konto. Was sich ändert, ist, wo die Rechnung auftaucht und wie viel davon du selbst eingibst müssen.

Der ehrliche Test. Wenn du heute eine Rechnung erhältst, das PDF öffnen und die Referenznummer in die Banking-App kopieren, streicht eBill alle drei Schritte. Wenn du ohnehin alles per Dauerauftrag oder Lastschrift zahlst, ändert sich für dich wenig.

So aktivierst du eBill

Die Einrichtung passiert bei deiner Bank, nicht auf der eBill-Website. Die Bezeichnungen unterscheiden sich leicht von Bank zu Bank, die Reihenfolge ist überall dieselbe.

  1. eBill im E-Banking suchen. Es steht meist unter Zahlungen. Du aktivierst es einmal, pro Bank.
  2. Deine Angaben bestätigen. Rechnungssteller ordnest du über Name, Adresse und Geburtsdatum zu. Ein Tippfehler hier ist der Grund, warum später Rechnungen ausbleiben.
  3. Automatisches Hinzufügen von Rechnungsstellern einschalten. Ohne diese Einstellung musst du dich bei jedem Unternehmen einzeln anmelden. Mit ihr kann ein Rechnungssteller, der dich in den Unterlagen hat, von selbst auf eBill umstellen.
  4. Bewusst über die Dauerfreigabe entscheiden. Sie bezahlt wiederkehrende Rechnungen, ohne zu fragen. Sinnvoll bei der Miete, riskant bei allem, was schwankt.

Welche Banken eBill unterstützen

eBill setzt ein Onlinebanking bei einem Finanzinstitut voraus, das am eBill-Netzwerk teilnimmt. SIX veröffentlicht die Teilnehmerliste auf der Aktivierungsseite. Am 12. August 2026 standen dort 103 Institute.

Wo du Kunde bist Auf der eBill-Liste Was du wissen solltest
UBS Ja Aufgeführt als UBS Switzerland AG
PostFinance Ja Aufgeführt als PostFinance AG
Raiffeisen Ja Ein Eintrag für die ganze Gruppe
Kantonalbanken Ja 23 namentlich, darunter ZKB, BCV, BEKB und SGKB
Migros Bank Ja Namentlich aufgeführt
Swissquote Ja Namentlich aufgeführt
Yuh Ja Namentlich gelistet. Kostenlos, unter «Bezahlen»
Zak von der Bank Cler Ja Gelistet als Bank Cler. In Zak seit März 2022
neon Ja, indirekt Nicht unter eigenem Namen gelistet. Die Partnerbank Hypothekarbank Lenzburg schon, und die neon-FAQ verweist auf «Profil», dann «eBill»
Revolut, Wise und andere ausländische Konten Nein Beide stehen nicht auf der Liste. Eine Schweizer IBAN ist kein Schweizer Onlinebanking

Jede Zeile gegen die Teilnehmerliste geprüft, die SIX auf der eBill-Aktivierungsseite veröffentlicht, abgerufen am 12. August 2026, und zusätzlich gegen die eBill-Seite des jeweiligen Anbieters, sofern vorhanden. Korrektur: Eine frühere Fassung dieser Seite behauptete, jede Zeile sei so geprüft worden. Das stimmte nicht. Die richtige Prüfung hat die Aussagen bestätigt und einen Punkt ergänzt: neon steht nicht unter eigenem Namen auf der Liste.

Laut SIX sind 95% der Schweizer Finanzinstitute angeschlossen. Die Frage ist also selten, ob deine Bank eBill hat, sondern ob das Konto, das du für dein Bankkonto hältst, überhaupt bei einer Schweizer Bank liegt.

eBill, Lastschrift und QR-Rechnung im Vergleich

Diese drei werden ständig verwechselt. Der Unterschied liegt darin, wer die Zahlung auslöst und ob du sie vorher siehst.

eBill Lastschrift (LSV) QR-Rechnung
Wo die Rechnung ankommt Im E-Banking Nirgends, sie wird einfach abgebucht Per Post oder als PDF
Wer die Zahlung auslöst Du gibst jede Rechnung frei, ausser bei Dauerfreigabe Das Unternehmen Du, manuell
Du siehst sie vor der Zahlung Ja Nicht zwingend Ja
Widerspruchsrecht nach der Zahlung Ja, bei eBill Direct Debit Ja, innerhalb von 30 Tagen Nicht anwendbar
Referenznummer abtippen Nie Nie Scannen oder abtippen
Funktioniert mit ausländischem Konto Nein Nein Ja

Die QR-Rechnung hat eBill nicht ersetzt und eBill nicht die QR-Rechnung. Die QR-Rechnung ist das Papier- und PDF-Format, das die alten roten und orangen Einzahlungsscheine abgelöst hat. eBill ist der Kanal, der den Einzahlungsschein gar nicht erst entstehen lässt.

Die Funktionen, die kaum jemand aktiviert

Fast alle aktivieren eBill und belassen es dann bei der Grundeinstellung. Dahinter liegen sechs Funktionen, und zwei davon verdienen deine Aufmerksamkeit wirklich.

Funktion Was sie macht Aktivieren?
Dauerfreigabe Bezahlt wiederkehrende Rechnungen automatisch, bis zu einem Limit, das du setzt Bei planbaren Rechnungen wie Miete oder Versicherung
Rechnungssteller automatisch hinzufügen Neue Rechnungssteller erscheinen, ohne dass du dich einzeln anmeldest Ja, das erspart die eigentliche Einrichtungsarbeit
Teilen-Funktion Eine zweite Person sieht und bearbeitet Rechnungen mit Praktisch für Paare und zur Unterstützung von Eltern
Ratenzahlung Rechnung aufteilen, sofern der Rechnungssteller es zulässt Nur wenn die Liquidität es verlangt
eBill Direct Debit Lastschriftbasierter Einzug, der dein Widerspruchsrecht behält Die sicherere Alternative zum klassischen LSV
Spenden Mit einem Klick an eine registrierte Organisation spenden Persönliche Entscheidung

Worauf du achten solltest

Die Dauerfreigabe ist die Einstellung, über die du nachdenken solltest. Sie bezahlt wiederkehrende Rechnungen automatisch. Bei einer fixen Miete ist das in Ordnung, bei einer Rechnung mit schwankendem Betrag deutlich weniger, etwa einem Handyabo mit Roaming oder einer Krankenkasse, die mitten im Jahr anpasst. Setz eine Obergrenze, wenn deine Bank das anbietet, und lass variable Rechnungen auf manueller Freigabe, damit du sie vor der Zahlung siehst.

Zwei kleinere Punkte. Bei einem Bankwechsel richtest du eBill bei der neuen Bank neu ein, denn die Aktivierung hängt an der Bank und nicht an dir. Und wenn eine Rechnung ausbleibt, liegt es meist daran, dass Name oder Adresse beim Rechnungssteller nicht mit den Angaben aus der Einrichtung übereinstimmen.

Lohnt es sich?

Für die meisten Menschen in der Schweiz ja, und zwar nicht wegen der Bequemlichkeit, sondern wegen der Fehlerquote. Jede von Hand eingetippte Referenznummer ist eine Gelegenheit, den falschen Betrag oder das falsche Konto zu erwischen. eBill streicht diesen Schritt ganz, hält fest, was du freigegeben hast, und kostet bei den meisten Banken nichts extra.

Falls du noch entscheidest, wo du Kunde sein willst: Der Vergleich der Schweizer Banken zeigt, welche Konten gratis sind und welche Karten Cashback bringen. Und für das grosse Ganze beginn mit dem Leitfaden zum Investieren in der Schweiz.

Häufige Fragen

Was ist eBill einfach erklärt?

eBill liefert deine Rechnungen direkt ins E-Banking, also in dieselbe Ansicht, in der du sie bezahlst. Statt einer Papierrechnung oder eines PDF mit abzutippender Referenznummer erscheint die Rechnung fertig ausgefüllt in deiner Banking-App, und du gibst sie mit einem Klick frei. Betrieben wird eBill von SIX, rund 3,8 Millionen Menschen in der Schweiz nutzen es.

Kostet eBill etwas?

Für Privatkundinnen und Privatkunden verlangen Schweizer Banken für eBill in der Regel nichts, und eBill selbst stellt dir nichts in Rechnung. Prüf trotzdem das Preisverzeichnis deiner Bank, denn die Preise setzt jede Bank selbst, nicht eBill.

Wie richte ich eBill ein?

Melde dich im E-Banking an, such eBill im Menü und bestätige deine Angaben. Danach wartest du entweder, bis Rechnungssteller dich finden, oder du aktivierst das automatische Hinzufügen von Rechnungsstellern, damit neue Anbieter von selbst erscheinen. Jedes Unternehmen, das du bezahlst, muss eBill ebenfalls anbieten, was die meisten grossen Schweizer Rechnungssteller inzwischen tun.

Ist eBill dasselbe wie eine Lastschrift?

Nein, und der Unterschied ist wichtig. Bei einer klassischen Lastschrift holt sich das Unternehmen das Geld, und du erfährst es danach. Bei eBill siehst du die Rechnung und gibst sie frei, bevor etwas dein Konto verlässt, ausser du hast bewusst eine Dauerfreigabe eingerichtet. eBill Direct Debit liegt dazwischen: lastschriftbasiert, aber mit Widerspruchsrecht.

Kann ich eBill mit Revolut oder Wise nutzen?

Nein. eBill läuft über die Schweizer Bankeninfrastruktur, und ein ausländisches E-Geld-Konto ist daran nicht angeschlossen, auch nicht mit Schweizer IBAN. Für eBill brauchst du ein Konto bei einer Schweizer Bank im Netz, was auf 95% der Schweizer Finanzinstitute zutrifft.

Quellen: eBill von SIX, die auf der Aktivierungsseite veröffentlichte Teilnehmerliste sowie die eBill-Seiten der Anbieter, abgerufen am 12. August 2026. Zuletzt geprüft am 12. August 2026.