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ETFs sind der einfachste Weg, um als Privatanleger in der Schweiz breit gestreut zu investieren. Hier bekommst du die drei Antworten, die wirklich zählen: wo du am günstigsten kaufst, welche ETFs als Basis taugen, und was das Steueramt dazu sagt. Dazu ein Sparplan-Rechner und die Regeln, nach denen ich selbst investiere.
Alle Produktzahlen stammen von den Anbieterseiten selbst, geprüft am 9. August 2026. Und wie immer gilt: Das ist Finanzbildung, keine persönliche Anlageberatung.
Was ist ein ETF? Die Kurzfassung für Anfänger
Ein ETF (Exchange Traded Fund) ist ein börsengehandelter Fonds, der einen Index wie den SPI oder den MSCI World automatisch nachbildet. Statt einzelne Aktien auszuwählen, kaufst du mit einem einzigen Produkt hunderte bis tausende Firmen auf einmal. Weil kein Fondsmanager bezahlt werden muss, kosten gute ETFs 0.10 bis 0.25% pro Jahr, ein Bruchteil klassischer Anlagefonds.
Drei Begriffe reichen für den Start: Der Index bestimmt, was drin ist. Die TER (Gesamtkostenquote) sagt, was der Fonds pro Jahr kostet. Und ausschüttend oder thesaurierend entscheidet, ob Dividenden ausgezahlt oder automatisch wieder angelegt werden. Alles Weitere ist Feintuning.
ETF kaufen Schweiz: die drei Wege
Du hast drei Wege, an deine ETFs zu kommen: Broker, Banking-App oder Robo-Advisor. Welcher passt, hängt davon ab, wie viel du selbst machen willst.
1. Online-Broker ist der günstigste Weg für alle, die selbst kaufen wollen. DEGIRO ist die Preis-Referenz, Swissquote die Schweizer Komplettlösung mit Banklizenz. Den vollen Vergleich findest du in meinem Online-Trading-Vergleich.
2. Banking-App mit Investfunktion wie neon: weniger Auswahl, dafür kein zweites Konto und sehr einfache Sparpläne. Für die ersten 100 CHF im Monat völlig ausreichend.
3. Robo-Advisor wie True Wealth oder Selma kaufen die ETFs für dich und halten die Aufteilung automatisch im Gleichgewicht. Du zahlst dafür eine Verwaltungsgebühr obendrauf; den Überblick gibt mein Robo-Advisor-Vergleich.
Beste ETF Schweiz 2026: drei Bausteine reichen
Du brauchst kein Dutzend Produkte. Diese drei ETFs decken zusammen ab, was die meisten Schweizer Depots brauchen: die Welt, die Welt inklusive Schwellenländer, und den Heimmarkt. Die Zahlen kommen direkt von iShares und Vanguard, Stand 9. August 2026.
| ETF | TER | Domizil | Ausschüttung |
|---|---|---|---|
| iShares Core MSCI WorldSWDAMSCI World, 23 Industrieländer | 0.20% | Irland | Thesaurierend |
| Vanguard FTSE All-WorldVWRLFTSE All-World, 3’782 Titel inkl. Schwellenländer | 0.14% | Irland | AusschüttendVWRA thesaurierend |
| iShares Core SPICHSPISPI, der ganze Schweizer Markt | 0.10% | Schweiz | Ausschüttend |
Übrigens: Vanguard hat die TER des FTSE All-World still und leise auf 0.14% gesenkt. Falls du noch 0.22% im Kopf hast, das war einmal. Und ja, ein einziger All-World-ETF ist für viele schon das komplette Portfolio. Langweilig? Absolut. Genau darum funktioniert es.
Schweizer Aktien: SPI, SMI oder SLI?
Für den Heimmarkt gibt es drei Indizes. Der SMI enthält nur 20 Titel, und Nestlé, Novartis und Roche dominieren ihn stark. Der SLI nimmt 30 Titel und kappt die Schwergewichte. Der SPI umfasst rund 200 Titel und ist damit der breiteste der drei, weshalb ich für die Schweiz-Position den SPI bevorzuge. Aber Vorsicht mit dem Home Bias: Die Schweiz macht rund 2 bis 3% des Weltaktienmarkts aus. Wer die Hälfte des Depots in Schweizer Aktien hält, wettet massiv auf ein einzelnes kleines Land.
ETF Sparplan Schweiz: automatisch investieren
Ein Sparplan kauft jeden Monat automatisch für einen festen Betrag ETF-Anteile. Das nimmt dir die zwei teuersten Fehler ab: das Markttiming und das Vergessen. In der Schweiz bieten unter anderem neon, Swissquote und diverse Robo-Advisors Sparplan-Funktionen an; die Konditionen unterscheiden sich vor allem bei den Kaufgebühren und der ETF-Auswahl. Details stehen in den jeweiligen Testberichten, die Übersicht im Broker-Vergleich.
ETF Steuern Schweiz: was wirklich zählt
Die gute Nachricht zuerst: Kursgewinne sind für Schweizer Privatanleger steuerfrei. Verkaufst du deinen ETF mit Gewinn, zahlst du darauf keine Steuer. Der Rest in Kürze:
- Dividenden zählen als Einkommen und gehören in die Steuererklärung, auch bei thesaurierenden ETFs (die ESTV rechnet die internen Erträge an).
- Verrechnungssteuer: Auf Ausschüttungen von Schweizer Fonds werden 35% einbehalten, die du über die Steuererklärung vollständig zurückholst.
- Vermögenssteuer: Der Depotwert zählt zum steuerbaren Vermögen deines Kantons.
- Stempelsteuer: Bei Schweizer Brokern fallen 0.075% (Schweizer Titel) bzw. 0.15% (ausländische Titel) Umsatzabgabe pro Kauf und Verkauf an. Ausländische Broker wie DEGIRO erheben keine Stempelsteuer, das ist ein realer Kostenvorteil.
Ein steuerlicher Sonderfall ist die Säule 3a: Dort investierst du mit Steuerabzug, aber in speziellen Vorsorgefonds statt in frei gehandelten ETFs. Für Vorsorgegeld gehört das Thema in meinen Säule-3a-Vergleich.
ETF Sparplan-Rechner
Wie viel wird aus deinem Zahltag-Franken? Spiel es durch. Die 5% Rendite sind eine Annahme fürs Rechnen, kein Versprechen von mir:
Thesaurierend oder ausschüttend? Und welches Domizil?
Steuerlich ist es in der Schweiz fast egal: Die ESTV besteuert auch die internen Erträge thesaurierender ETFs als Einkommen. Thesaurierend ist bequemer (nichts reinvestieren), ausschüttend motiviert manche mit sichtbaren Zahlungen. Wichtiger ist das Fondsdomizil: Für Schweizer Aktien ist ein Schweizer Domizil ideal (volle Rückforderung der Verrechnungssteuer), für Welt-ETFs hat sich Irland etabliert, weil das US-Doppelbesteuerungsabkommen die Quellensteuer auf US-Dividenden für irische Fonds halbiert.
Meine Regeln für ETF-Anleger
- Erst Notgroschen, dann investieren. Drei bis sechs Monatsausgaben aufs Konto, bevor der erste Franken an die Börse geht.
- Breit vor clever. Ein All-World- oder MSCI-World-ETF als Kern. Themen-ETFs sind Würze, nicht die Mahlzeit.
- TER unter 0.25%, Fondsvolumen über 100 Millionen. Darunter oder darüber gibt es fast nie einen Grund.
- Home Bias begrenzen. Schweizer Aktien sind gut, aber 2 bis 3% der Welt. Mehr als 20 bis 30% Heimmarkt brauchen eine bewusste Begründung.
- Kaufen, halten, ignorieren. Der Sparplan schlägt das Bauchgefühl. Wer täglich ins Depot schaut, handelt zu viel.
Weiterlesen: die einzelnen Bausteine im Detail
Die wichtigsten Themen aus diesem Guide gibt es auch als eigene Deep-Dives: MSCI World ETF kaufen, VT für Fans von 0.06% TER, der ZKB Gold ETF im Check, die Grundlagen unter Was ist ein ETF? und alle Hochrechnungen im ETF-Rechner.
ETF Schweiz FAQ
Welcher ist der beste ETF für Schweizer Anleger?
Den einen besten ETF gibt es nicht, aber eine bewährte Basis: ein globaler ETF wie der Vanguard FTSE All-World (TER 0.14%) oder der iShares Core MSCI World (TER 0.20%) als Kern, ergänzt um den iShares Core SPI (TER 0.10%) für den Schweizer Markt. Breit gestreut, günstig, langweilig, genau richtig.
Wo kann ich in der Schweiz am günstigsten ETF kaufen?
Über einen Online-Broker. DEGIRO ist meist am günstigsten und erhebt als ausländischer Broker keine Schweizer Stempelsteuer, Swissquote ist die Schweizer Alternative mit Banklizenz. Banking-Apps wie neon reichen für kleine monatliche Beträge.
Sind ETF-Gewinne in der Schweiz steuerfrei?
Kursgewinne ja: Private Kapitalgewinne sind steuerfrei. Dividenden und interne Erträge thesaurierender ETFs zählen dagegen als steuerbares Einkommen, und der Depotwert unterliegt der Vermögenssteuer.
Ist der SPI-ETF thesaurierend?
Der iShares Core SPI (CHSPI) ist ausschüttend: Dividenden werden ausgezahlt. Steuerlich macht das in der Schweiz kaum einen Unterschied, da auch thesaurierte Erträge als Einkommen besteuert werden.
Thesaurierend oder ausschüttend, was ist in der Schweiz besser?
Steuerlich sind beide praktisch gleichgestellt. Thesaurierend ist bequemer für den Vermögensaufbau, ausschüttend liefert sichtbaren Cashflow. Wichtiger sind TER, Index und Fondsdomizil.
Wie viel Geld kann aus einem ETF-Sparplan in 10 Jahren werden?
Bei 300 CHF monatlich und angenommenen 5% Rendite pro Jahr ergeben sich nach 10 Jahren rund 46’000 CHF bei 36’000 CHF Einzahlungen. Das ist eine Modellrechnung, keine Garantie; der Rechner oben rechnet mit deinen eigenen Zahlen.
Warum ist ein ETF keine gute Geldanlage?
ETFs schwanken mit dem Markt: In einem Crash verliert auch ein Welt-ETF zeitweise 30 bis 50%. Wer das Geld in den nächsten Jahren braucht oder bei Verlusten panisch verkauft, fährt mit einem ETF schlecht. Für langfristige Anleger mit Nerven bleibt er das beste Werkzeug.
Was bedeutet die TER bei einem ETF?
Die TER (Total Expense Ratio, Gesamtkostenquote) ist die jährliche Gebühr des Fonds, die direkt aus dem Fondsvermögen fliesst. 0.14% TER heisst: 1.40 CHF pro Jahr auf 1’000 CHF Anlage. Handelsgebühren des Brokers und Steuern kommen separat dazu.
Produktzahlen von den Anbieterseiten (iShares, Vanguard), geprüft am 9. August 2026. Steuerangaben beschreiben die Regeln für private Anleger mit Wohnsitz Schweiz; verbindlich ist deine kantonale Steuerverwaltung.
- iShares Core SPI ETF (CH), Produktseite (9. Aug 2026)
- Vanguard FTSE All-World UCITS ETF, Produktseite (9. Aug 2026)
- iShares Core MSCI World UCITS ETF, Produktseite (9. Aug 2026)
- Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV (Besteuerung von Erträgen und Umsatzabgabe)
