Die Schweiz ist das reichste Land der Welt, gemessen am durchschnittlichen Vermögen pro erwachsene Person. Fast jede dritte Person hier hat Mühe, alle Rechnungen zu bezahlen. Beide Sätze stimmen. Diese Seite erklärt, wie das zusammengeht, und zeigt dir mit den Zahlen der Steuerverwaltung, wo du selber stehst.
Vorher eine Warnung, die den Rest der Seite prägt. Die offizielle Schweizer Vermögensstatistik lässt den grössten Vermögenswert weg, den die meisten Menschen besitzen. Pensionskassenguthaben und Säule-3a-Guthaben unterliegen nicht der Vermögenssteuer, also tauchen sie in der Statistik der Eidgenössischen Steuerverwaltung gar nicht auf. Die Schweizer Pensionskassen hielten Ende 2024 eine Bilanzsumme von 1’220,6 Milliarden Franken. Nichts davon steht in den Zahlen unten.
Dazu kommt: Liegenschaften zählen mit dem Steuerwert, nicht mit dem Marktwert, und der liegt in der Regel deutlich darunter. Wer also liest, die untere Hälfte der Schweiz besitze fast nichts, liest eine Aussage über steuerbares Vermögen und nicht über das Leben.
Wo du wirklich stehst
Der Rechner ordnet dich in die Verteilung der 5’188’619 unbeschränkt Steuerpflichtigen ein. Mit CHF 0 stehst du bereits gleichauf mit 22,2 Prozent des Landes, denn so viele Steuereinheiten haben kein steuerbares Vermögen. Das ist keine Randgruppe, das ist mehr als jede fünfte.
Wo stehst du wirklich?
Gib dein steuerbares Reinvermögen ein. Der Rechner ordnet dich in die Verteilung der 5’188’619 unbeschränkt Steuerpflichtigen in der Schweiz ein, Steuerjahr 2022.
Du liegst auf Perzentil 62,5.
62,5 % der Steuereinheiten haben gleich viel oder weniger, 37,5 % haben mehr.
Vermögen abzüglich Schulden, vor Sozialabzügen. Bei Ehepaaren zählt der gemeinsame Betrag.
CHF 92’000
Steht auf deinem Vorsorgeausweis als Altersguthaben.
CHF 249’000
Alle 3a-Konten und 3a-Depots zusammen.
CHF 40’000
Eine Steuereinheit ist nicht dasselbe wie eine Person. Ehepaare werden gemeinsam veranlagt und zählen als eine Einheit. Säule 2 und Säule 3a stehen nicht in dieser Statistik, weil sie nicht der Vermögenssteuer unterliegen.
Die Achse endet bei CHF 1’500’000. Das oberste Prozent läuft aus dem Bild: im Schnitt CHF 40’910’389.
Die Zahlen als Tabelle
| Perzentil | Steuerbares Reinvermögen |
|---|---|
| 10 | CHF 0 |
| 20 | CHF 0 |
| 30 | CHF 6’840 |
| 40 | CHF 17’636 |
| 50 | CHF 34’598 |
| 60 | CHF 82’875 |
| 70 | CHF 169’778 |
| 80 | CHF 344’741 |
| 90 | CHF 750’400 |
| 95 | CHF 1’344’783 |
| 99 | CHF 4’780’655 |
Quelle: ESTV, Gesamtschweizerische Vermögenssteuerstatistik der natürlichen Personen 2022, veröffentlicht am 20. November 2025. Perzentile nach der Methode von Piketty (2001), die auch die ESTV verwendet: innerhalb jeder Vermögensklasse wird eine Pareto-Verteilung angepasst.
Und jetzt die Stelle, an der diese Seite gegen sich selber argumentiert. Der zweite Modus rechnet Pensionskasse und Säule 3a dazu und schiebt dich damit nach oben. Das fühlt sich gut an und ist trotzdem kein sauberer Vergleich: die Vergleichsgruppe wird weiterhin nur nach steuerbarem Vermögen geordnet, weil es für das Vorsorgevermögen der anderen schlicht keine Statistik gibt. Dein Perzentil im zweiten Modus ist also zu hoch, und zwar systematisch. Nimm die Zahl als Hinweis darauf, wie viel die Statistik auslässt, nicht als deinen Rang.
Warum die Schweiz gleichzeitig reich und normal ist
Der Mittelwert wird von wenigen sehr grossen Vermögen nach oben gezogen. Der Median ist die Person in der Mitte: die eine Hälfte hat mehr, die andere weniger. Wenn diese beiden Zahlen weit auseinanderliegen, ist das Vermögen ungleich verteilt. In der Schweiz liegen sie sehr weit auseinander, und wie weit genau, hängt davon ab, wer zählt.
Mittelwert geteilt durch Median, UBS 2026, mit Vorsorgevermögen
Dasselbe in den Steuerdaten, ESTV 2022, ohne Vorsorgevermögen
Rang der Schweiz weltweit: beim Mittelwert, beim Median
UBS zählt Säule 2 und Säule 3a mit. Die ESTV kann das nicht, weil dieses Geld nicht der Vermögenssteuer unterliegt. Deshalb ist der Abstand zwischen Mittelwert und Median in den Steuerdaten doppelt so gross wie in den UBS-Daten. Der Unterschied zwischen den beiden Verhältniszahlen ist das Vorsorgevermögen.
Eine Warnung zur UBS-Reihe. Der ausgewiesene Medianwert für die Schweiz fiel von 222’000 US-Dollar in der Ausgabe 2025 auf 145’555 US-Dollar in der Ausgabe 2026, also um rund 34 Prozent in einem Jahr. Im selben Bericht steht, dass der reale Median zwischen 2000 und 2025 um knapp 15 Prozent gesunken ist. Beides zusammen ergibt keinen Sinn, wenn man den Einbruch für ein reales Ereignis hält. Wir drucken beide Zahlen und sagen dazu: die Ursache ist nicht geklärt.
Die Zahlen als Tabelle
| Quelle | Mittelwert | Median | Verhältnis |
|---|---|---|---|
| UBS 2026, USD je erwachsene Person | 910’382 | 145’555 | 6,3 |
| ESTV 2022, CHF je Steuereinheit | 441’249 | 34’598 | 12,8 |
| UBS 2025, USD je erwachsene Person | 687’166 | 222’000 | 3,1 |
Quellen: UBS Global Wealth Report 2026, veröffentlicht am 30. Juni 2026, Werte per Ende 2025 in nominalen US-Dollar. ESTV, Vermögenssteuerstatistik 2022. Die beiden Reihen messen nicht dasselbe und werden hier nicht verrechnet.
des steuerbaren Vermögens gehören dem obersten Prozent
gehören den obersten zehn Prozent
bleiben für die untere Hälfte, gemessen am steuerbaren Vermögen
Die Diagonale wäre die Gleichverteilung. Je weiter die Kurve darunter liegt, desto ungleicher ist die Verteilung.
| Grösse | Eine Lesart | Die andere | Warum |
|---|---|---|---|
| Untere Hälfte | 0,9 % (ESTV, steuerbares Vermögen) | 4 % (World Inequality Database, mit Vorsorgevermögen) | Die eine Zahl zählt Pensionskassenguthaben mit, die andere nicht. |
| Gini der ESTV | 0,823 (publiziert, ohne die Klasse mit Vermögen null) | 0,863 (mit dieser Klasse) | Der publizierte Wert lässt 1’151’963 Steuerpflichtige weg, also 22,2 Prozent des Landes. |
| Gini ESTV gegen UBS | 0,823 (ESTV, steuerbares Vermögen) | 0,68 (UBS, inklusive private Vorsorge) | Zwei Zahlen zum selben Land, die nicht dasselbe messen. |
Die Lorenzkurve als Tabelle
| Anteil der Steuereinheiten | Anteil am Vermögen |
|---|---|
| 22,2 % | 0,0 % |
| 53,0 % | 1,2 % |
| 62,5 % | 2,7 % |
| 72,3 % | 5,9 % |
| 85,1 % | 15,4 % |
| 92,8 % | 27,6 % |
| 97,0 % | 40,7 % |
| 98,2 % | 47,4 % |
| 99,1 % | 54,8 % |
| 99,6 % | 63,4 % |
| 100,0 % | 100,0 % |
Quelle: ESTV, Vermögenssteuerstatistik 2022, und ESTV, Die Verteilung der steuerbaren Vermögen in der Schweiz im Jahr 2022, veröffentlicht am 29. Oktober 2025. Gini-Werte nach der Methode der ESTV, ohne Verteilungsannahme innerhalb der Klassen.
Die Schweiz hat keine aktuelle nationale Statistik zum Vermögen nach Alter. Was es gibt, ist ein Kanton aus dem Jahr 2020 und eine Auswertung von elf Kantonen aus den Jahren 2011 bis 2015. Wir zeigen den Kanton und schreiben dazu, dass es nur ein Kanton ist.
40 Jahre
Zwischen 26 bis 34 und 35 bis 44 bewegt sich der Median um CHF 900. Vier Dutzend Lebensjahre später sieht die Kurve steil aus, aber genau in dem Jahrzehnt, in dem die meisten Leute Karriere machen sollen, passiert nichts. LUSTAT führt das auf reduzierte Pensen und Betreuungskosten zurück.
Die Zahlen als Tabelle
| Altersgruppe | Medianvermögen |
|---|---|
| 26 bis 34 | CHF 26’000 |
| 35 bis 44 | CHF 26’900 |
| 45 bis 54 | CHF 49’700 |
| 55 bis 64 | CHF 104’600 |
| 65 bis 74 | CHF 240’700 |
Quelle: LUSTAT Statistik Luzern, 2020, äquivalenzgewichtete Medianvermögen, nur Kanton Luzern. Ergänzend BSV, Wisier, verknüpfte Steuerdaten aus elf Kantonen, 2011 bis 2015: dort steigt das Medianvermögen auch nach der Pensionierung weiter, auf CHF 214’000 bei Einzelpersonen ab 90 Jahren und CHF 423’000 bei Paaren.
Die Altersreihe oben ist der ehrlichste Teil dieser Seite, weil sie zeigt, was fehlt. Es gibt keine aktuelle nationale Statistik zum Vermögen nach Alter. Wir zeigen deshalb einen Kanton aus dem Jahr 2020 und schreiben dazu, dass es ein Kanton ist. Wer dir eine gesamtschweizerische Alterskurve für dieses Jahr zeigt, hat sie irgendwoher.
Die Löhne, über die man sich nicht einig wird
Vermögen entsteht aus dem, was vom Lohn übrig bleibt. Also lohnt sich die Frage, was mit den Löhnen passiert ist. In den USA ist die Antwort geklärt. In der Schweiz streiten drei Institutionen darüber, und zwar mit Zahlen, die alle stimmen.
Die amerikanische Kurve lässt sich hier nicht nachzeichnen. In den USA ist der Einbruch des Lohnanteils eine geklärte Sache. In der Schweiz wird darüber gestritten, und zwar mit Zahlen, die alle stimmen. Drei Institutionen lesen dasselbe Jahrzehnt und kommen zu drei Ergebnissen. Wechsle zwischen ihnen.
Nach zwei guten Jahren liegt der Reallohn immer noch unter dem Stand von 2020.
Bundesamt für Statistik, Schweizerischer Lohnindex, veröffentlicht am 21. April 2026
Reallohnindex, 2020 = 100, Jahr 2025
| Reallohnindex 2025 | 99,2 Punkte | Basis 2020 = 100 |
|---|---|---|
| Nominallohnindex 2025 | 106,1 Punkte | Basis 2020 = 100 |
| Reallohn 2025 | +1,6 % | Nominal +1,8 %, Teuerung +0,2 % |
| Reallohn 2024 | +0,7 % | Nominal +1,8 %, Teuerung +1,1 % |
| 2021 bis 2023 | drei Jahre Reallohnverlust | in Folge |
Warum hier keine gemeinsame Kurve steht. Die drei Lesarten messen verschiedene Zeiträume und verschiedene Grössen: einen Index mit Basis 2020, den mittleren Reallohn ab 2016, die untersten zehn Prozent ab 2008. Auf eine Achse gezeichnet würden sie eine Genauigkeit vortäuschen, die es nicht gibt. Deshalb steht jede Lesart für sich.
Zwei Zahlen, die gleich aussehen und es nicht sind. Der SGB nennt +16,8 Prozent für das Monatseinkommen des obersten einen Prozents. Der Arbeitgeberverband nennt +16,8 Prozent für die Löhne der obersten zehn Prozent, über einen anderen Zeitraum. Gleiche Zahl, verschiedene Sache. Wir drucken sie nie ohne ihre Beschriftung nebeneinander.
Der Streit wurde ausgezählt. Der Tages-Anzeiger hat die beiden Darstellungen am 7. Juli 2026 gegeneinander geprüft und den Check mit drei zu zwei Punkten für den Arbeitgeberverband entschieden. Wir halten das fest, statt selber eine Seite zu wählen.
Der SNB-Lohnindikator, den wir ursprünglich als vierte Lesart vorgesehen hatten, liess sich in dieser Recherche nicht bestätigen. Er steht deshalb nicht auf dieser Seite.
Quellen: BFS, Schweizerischer Lohnindex, Medienmitteilung vom 21. April 2026. Schweizerischer Gewerkschaftsbund, Verteilungsbericht 2026, Dossier 169, vom 7. Juli 2026. Schweizerischer Arbeitgeberverband, Auswertung der Lohnstrukturerhebung 2024, vom 6. Juli 2026. Faktencheck: Tages-Anzeiger, 7. Juli 2026.
Die Leiter, auf der die meisten nicht stehen
In den meisten Ländern ist das eigene Haus der grösste Posten im Vermögen der mittleren Haushalte. Wer besitzt, baut Vermögen auf, während er schläft. In der Schweiz besitzen 36 Prozent der Haushalte, so wenige wie nirgends sonst in Europa, und der Anteil sinkt.
Das Niveau: die Schweiz besitzt am wenigsten
Von 3,8 Millionen Privathaushalten wohnen 1,4 Millionen im Eigentum und 2,4 Millionen zur Miete.
der Privathaushalte in der Schweiz besitzen ihre Wohnung oder ihr Haus
sind es im Durchschnitt der EU, 2024
von unten: keine tiefere Quote in Europa
Die Zahlen als Tabelle
| Gebiet | Eigentum | Miete |
|---|---|---|
| Schweiz, 2023 | 36 % | 64 % |
| EU, 2024 | 68,4 % | 31,6 % |
Die Richtung: die Quote sinkt
Zwischen 2018 und 2024 ging der Anteil der Haushalte im eigenen Haus von 25,0 auf 23,5 Prozent zurück. Der Anteil im Stockwerkeigentum stieg von 11,6 auf 12,2 Prozent. Unter dem Strich: von 36,6 auf 35,7 Prozent.
Das eigene Haus verliert, die Eigentumswohnung gewinnt, und zusammen ergibt das trotzdem ein Minus von 0,9 Prozentpunkten. Das BWO führt den Rückgang auf das Preisniveau und die Tragbarkeitsregeln zurück.
Die Zahlen als Tabelle
| Wohnform | 2018 | 2024 |
|---|---|---|
| Im eigenen Haus | 25,0 | 23,5 |
| Im Stockwerkeigentum | 11,6 | 12,2 |
| Eigentum insgesamt | 36,6 | 35,7 |
Die amerikanische Vermögensleiter ist das eigene Haus. Die meisten Menschen in der Schweiz stehen nicht darauf, und es werden jedes Jahr weniger. Wer zur Miete wohnt, baut sein Vermögen nicht nebenbei auf, während er schläft. Er muss es aktiv tun, und genau darum geht es auf dieser Seite.
In der Forschung gilt die tiefe Wohneigentumsquote als direkte Ursache der Schweizer Vermögensungleichheit, unter anderem bei Fluder, Farys, Hümbelin und Jann sowie bei Skopek und weiteren. Das ist keine Randbemerkung: Wohneigentum ist in fast jedem Land der grösste Posten im Vermögen der mittleren Haushalte.
Quellen: BFS, Strukturerhebung 2023, für Haushalte nach Wohnform. BFS, Gebäude- und Wohnungsstatistik, für die Entwicklung 2018 bis 2024. Bundesamt für Wohnungswesen BWO, 2025, für den europäischen Vergleich und die Begründung. Eurostat, 2024, für den EU-Durchschnitt.
Du besitzt bereits Kapital, zu schlechteren Bedingungen als 2016
Amerikanische Ratgeber sagen: werde Kapitaleigner statt nur Lohnempfänger. In der Schweiz bist du das längst. Über die Pensionskasse gehört dir ein Guthaben, das für die meisten Menschen grösser ist als ihr gesamtes steuerbares Vermögen. Nur bestimmst du weder über die Anlage noch über den Satz, zu dem daraus eine Rente wird. Dieser Satz ist in zehn Jahren um 15,3 Prozent gefallen, und abgestimmt hat darüber nie jemand. Die einzige Volksabstimmung dazu, im September 2024, lehnte eine Senkung des gesetzlichen Minimums ab. Gesenkt wurde trotzdem, im überobligatorischen Teil, Kasse für Kasse.
Was dein Pensionskassenkapital als Rente bringt
Der Umwandlungssatz macht aus deinem Altersguthaben eine Jahresrente. Er ist in den letzten zehn Jahren um 15,3 Prozent gesunken, und abgestimmt hat darüber nie jemand.
Steht auf dem Vorsorgeausweis. Obligatorischer und überobligatorischer Teil zusammen.
CHF 500’000
CHF 26’300 pro Jahr
Das sind CHF 2’192 pro Monat, bei einem Umwandlungssatz von 5,26 Prozent.
Zum gesetzlichen Mindestsatz von 6,8 Prozent wären es CHF 34’000 pro Jahr. Die Differenz beträgt CHF 7’700 im Jahr, also 22,6 Prozent.
Das gesetzliche Minimum von 6,8 Prozent gilt nur auf dem obligatorischen Teil des Guthabens und ist seit 2005 unverändert. Eine Senkung auf 6,0 Prozent lag am 22. September 2024 an der Urne und wurde mit rund 67 Prozent Nein abgelehnt. Umhüllende Kassen dürfen ihren Satz trotzdem tiefer ansetzen, solange die gesetzliche Mindestleistung insgesamt garantiert bleibt. Genau das ist passiert.
Es gibt keine einzige saubere Jahresreihe. Die Studien messen unterschiedliche Dinge: mal den gemeldeten Durchschnitt, mal den erwarteten Wert, mal nur Männer mit 65. Wer diese Zahlen zu einer Linie verbindet, bekommt eine Kurve, die in Jahren steigt, in denen der Satz nicht gestiegen ist. Wir zeichnen deshalb jede Quelle als eigene Linie und lassen die Lücken dazwischen offen. Gestrichelte Abschnitte sind Prognosen der Kassen, keine gemessenen Werte.
Alle Beobachtungen als Tabelle
| Jahr | Satz | Quelle | Basis |
|---|---|---|---|
| 2004 | 7,04 % | Swisscanto | gemeldeter Durchschnitt |
| 2010 | 6,74 % | VZ | Männer mit 65 |
| 2016 | 6,13 % | Complementa | Durchschnitt |
| 2021 | 5,52 % | Swisscanto | gemeldeter Durchschnitt, laufendes Jahr |
| 2025 | 5,30 % | VZ | Männer mit 65 |
| 2026 | 5,26 % | Swisscanto | Durchschnitt bei Pensionierung mit 65 |
| 2026 | 5,19 % | Complementa | Durchschnitt |
| 2029 | 5,23 % | Swisscanto | Erwartungswert der Kassen, Prognose |
| 2031 | 5,11 % | Complementa | erwarteter Boden, Prognose |
2025 wurden erstmals mehr Altersguthaben als Kapital bezogen als als Rente: 51 Prozent. Der Umwandlungssatz ist damit für immer weniger Versicherte überhaupt die relevante Zahl. Nach der Befragung der ZKB durch gfs.bern nennen die über 50-Jährigen als Gründe für den Kapitalbezug höhere finanzielle Flexibilität (43 Prozent), Vererben (36 Prozent) und das Geld selber anlegen (36 Prozent). Nur 17 Prozent nennen den tiefen Umwandlungssatz. Ein Land, dem nie jemand das Anlegen beigebracht hat, nimmt das Geld und macht es trotzdem.
Quellen: Swisscanto, Schweizer Pensionskassenstudie 2026, 26. Ausgabe, vorgestellt am 2. Juni 2026, 528 Kassen mit 939 Milliarden Franken und vier Millionen Versicherten. Complementa Risiko Check-up 2026. VZ VermögensZentrum, 2025. Versichertenbefragung der ZKB durch gfs.bern, 2026.
Was du selber steuerst
Drei der vier grossen Posten in deinem Vermögen bestimmen andere: die AHV, die Pensionskasse und den Umwandlungssatz. Bleiben zwei Hebel, die dir gehören.
- Die Säule 3a. Einzahlungen sind vom steuerbaren Einkommen abziehbar, und das Guthaben unterliegt nicht der Vermögenssteuer. Deshalb steht es auch nicht in den Zahlen auf dieser Seite.
- Ein Wertschriftendepot ausserhalb der Vorsorge. Kapitalgewinne auf beweglichem Privatvermögen sind in der Schweiz steuerfrei, nach Artikel 16 Absatz 3 DBG und Artikel 7 Absatz 4 Buchstabe b StHG.
Bei der Steuerfreiheit der Kapitalgewinne gibt es drei Einschränkungen, und ohne sie ist die Aussage falsch. Gewinne auf Liegenschaften werden kantonal mit der Grundstückgewinnsteuer erfasst. Wer sehr aktiv handelt, kann als gewerbsmässiger Wertschriftenhändler eingestuft werden, wofür das Kreisschreiben 36 der ESTV die Kriterien setzt. Und die Regel gilt für Privatvermögen, nicht für Geschäftsvermögen.
Das ist die eigentliche Asymmetrie im Schweizer System: Vermögen wird jedes Jahr besteuert, Kapitalgewinne gar nicht, und Löhne voll. Wer nur Lohn hat, zahlt auf alles. Wer Kapital hat, zahlt auf den Bestand, aber nicht auf den Zuwachs.
Weiterrechnen kannst du hier: mit dem Säule 3a Rechner für die Frage Konto oder Wertschriften, und mit dem Zinseszinsrechner für die Frage, was daraus über zwanzig Jahre wird.
Häufige Fragen
Was ist das durchschnittliche Vermögen in der Schweiz?
Das kommt darauf an, wer zählt. Nach den Steuerdaten der ESTV für 2022 beträgt das durchschnittliche steuerbare Reinvermögen CHF 441’249 je Steuereinheit, der Median liegt bei CHF 34’598. Der UBS Global Wealth Report 2026 kommt für Ende 2025 auf 910’382 US-Dollar im Durchschnitt und 145’555 US-Dollar im Median, weil er Vorsorgevermögen mitzählt, das die Steuerstatistik nicht kennt.
Warum sind Median und Mittelwert so verschieden?
Weil wenige sehr grosse Vermögen den Durchschnitt nach oben ziehen. In den Steuerdaten ist der Mittelwert 12,8 Mal so hoch wie der Median. Bei der UBS ist er 6,3 Mal so hoch. Der Unterschied zwischen diesen beiden Verhältniszahlen ist genau das Vorsorgevermögen.
Ab wie viel Vermögen gehört man in der Schweiz zu den reichsten zehn Prozent?
Nach der Vermögenssteuerstatistik 2022 beginnen die obersten zehn Prozent bei rund CHF 750’400 steuerbarem Reinvermögen je Steuereinheit. Für das oberste Prozent liegt die Schwelle bei rund CHF 4’780’655. Beide Werte gelten ohne Pensionskasse und ohne Säule 3a.
Zählt die Pensionskasse zum Vermögen?
Wirtschaftlich ja, steuerlich nein. Guthaben in der Säule 2 und der Säule 3a unterliegen nicht der Vermögenssteuer, erscheinen deshalb nicht in der Steuererklärung und fehlen in jeder Statistik, die auf Steuerdaten beruht. Für die meisten Erwerbstätigen ist das Pensionskassenguthaben grösser als das gesamte steuerbare Vermögen.
Wie viele Menschen in der Schweiz haben kein Vermögen?
1’151’963 unbeschränkt Steuerpflichtige wiesen 2022 ein steuerbares Reinvermögen von null aus, das sind 22,2 Prozent. Negative Vermögen werden in dieser Statistik nicht als negativ ausgewiesen, sondern als null, die tatsächliche Verschuldung ist darin also nicht sichtbar.
Wie stark ist das Vermögen in der Schweiz konzentriert?
Das oberste Prozent hält 45,8 Prozent des steuerbaren Vermögens, die obersten zehn Prozent halten 77,8 Prozent. Der von der ESTV publizierte Gini-Koeffizient beträgt 0,823, allerdings ohne die Klasse mit Vermögen null. Rechnet man diese 22,2 Prozent der Steuerpflichtigen mit, steigt er auf 0,863.
Quellen
Alle Zahlen mit Quelle und Jahr. Geprüft am 20. August 2026.
- ESTV, Gesamtschweizerische Vermögenssteuerstatistik der natürlichen Personen 2022, publiziert am 20. November 2025. Rechner, Perzentile, Konzentration.
- ESTV, Die Verteilung der steuerbaren Vermögen in der Schweiz im Jahr 2022, publiziert am 29. Oktober 2025. Top-Anteile und Gini.
- UBS Global Wealth Report 2026, publiziert am 30. Juni 2026, Werte per Ende 2025 in nominalen US-Dollar. Mittelwert, Median, Rang.
- SNB, Vermögen der privaten Haushalte, Mitteilung vom 28. April 2026. Reinvermögen und Verpflichtungen per Ende 2025.
- BFS, Pensionskassenstatistik 2024, definitive Ergebnisse vom 21. Januar 2026. Bilanzsumme der 1’292 Pensionskassen.
- Swisscanto, Schweizer Pensionskassenstudie 2026, 26. Ausgabe, vom 2. Juni 2026. Umwandlungssatz, Deckungsgrad, Kapitalbezug.
- Complementa Risiko Check-up 2026 und VZ VermögensZentrum 2025. Umwandlungssatz, ergänzend.
- BFS, Schweizerischer Lohnindex, Mitteilung vom 21. April 2026. Reallöhne.
- Schweizerischer Gewerkschaftsbund, Verteilungsbericht 2026, Dossier 169, vom 7. Juli 2026. Lohnverteilung.
- Schweizerischer Arbeitgeberverband, Auswertung der Lohnstrukturerhebung 2024, vom 6. Juli 2026. Lohnverteilung, Gegenlesart.
- BFS, Strukturerhebung 2023 und Gebäude- und Wohnungsstatistik. Wohneigentum.
- BWO 2025 und Eurostat 2024. Europäischer Vergleich.
- LUSTAT Statistik Luzern 2020 und BSV, Wisier, 2011 bis 2015. Vermögen nach Alter.
- World Inequality Database. Anteil der unteren Hälfte, mit Vorsorgevermögen.
- DBG Artikel 16 Absatz 3, StHG Artikel 7 Absatz 4 Buchstabe b, ESTV Kreisschreiben 36. Kapitalgewinne.